Todesursache Nr.1 in Deutschland / Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Hauptrisikofaktor Koronar-Atherosklerose ist umkehrbar

Das Eindringen von LDL-C in die Zellwand führt zu einer Entzündung, die Lipideinlagerungen sowie Plaques an der Gefäßwand fördert. "obs/Amgen GmbH"

 

In Deutschland sterben jährlich 353.000 Menschen an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE).(1) Atherosklerose kann zur Bildung von Plaques in den Arterien führen und ist die Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die hierzulande häufigste Todesursache.(1,2) Das sogenannte "schlechte" LDL (Low-Density Lipoprotein)-Cholesterin (LDL-C) ist einer der Hauptrisikofaktoren für HKE und spielt bei der Bildung von Plaques eine zentrale Rolle.(3)

Was ist Atherosklerose?

Atherosklerose ist eine ernstzunehmende Erkrankung, bei der die Arterien verstopfen.(2) Wenn sich bspw. zu viel Cholesterin an den inneren Arterienwänden ablagert, können sich Plaques bilden. Können u.a. die Cholesterinwerte im Blut nicht gesenkt werden, vermehren und vergrößern sich diese Plaques. Dadurch und durch weitere zelluläre Prozesse verengt und verhärtet sich das Lumen der Arterie (der "Innenraum" der Arterie, durch den das Blut transportiert wird), sodass der Blutfluss und die Sauerstoffzufuhr zu wichtigen Organen vermindert werden. Plaques können sich auch von der Arterienwand ablösen. Das Risiko von Blutgerinnseln wird dadurch erhöht, was Herzinfarkte und Schlaganfälle zur Folge haben kann.(4)

Welche Ursachen hat eine Atherosklerose?

Atherosklerose kann jeden treffen. Sie entwickelt sich langsam und die Entstehung von Plaques beginnt manchmal schon im Kindesalter - wobei die konkreten Ursachen häufig nicht bekannt sind.(5) Sowohl genetische Faktoren als auch der Lebensstil können das Risiko für eine Atherosklerose erhöhen.

- hohe Cholesterinwerte
- hoher Blutdruck
- Diabetes
- familiäre Vorbelastung bzgl.Atherosklerose und HKE
- zunehmendes Alter
- Rauchen
- ungesunde Ernährung
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- übermäßiger Alkoholkonsum
- südasiatische, afrikanische oder afrikanisch-karibische
  Abstammung(2) 

Welche Rolle spielt Cholesterin?

LDL-C ist aufgrund seines Einflusses auf die Bildung von Plaques einer der Hauptrisikofaktoren für HKE.(3) Das Wissen um die Bedeutung hoher LDL-C-Werte für die Entstehung von Herzinfarkten oder Schlaganfällen sollte deren Diagnose und Behandlung vereinfachen. Allerdings kennen die meisten Menschen ihre Cholesterinwerte gar nicht, obwohl diese mit Hilfe eines einfachen Tests überprüft werden können. Trotz einer maximal dosierten Statintherapie erreichen in Deutschland 173.000 Patienten keine adäquate Senkung des LDL-C-Spiegels (unter 160 mg/dl).(6) Bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko sollte der LDL-C-Wert sogar unter 100 mg/dl und bei Patienten mit sehr hohem kardiovaskulärem Risiko unter 70 mg/dl liegen.(7)

Welchen Einfluss hat Cholesterin auf kardiovaskuläre Erkrankungen?

Atherosklerose ist die Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die deutschlandweit häufigste Todesursache.(1) Die geschätzten Gesamtkosten für die Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen lagen im Jahr 2014 allein in Deutschland bei 37,4 Milliarden Euro.(8) Prävention durch eine gesunde Lebensweise kann das Risiko für das Auftreten kardio-vaskulärer Ereignisse reduzieren.(2) Es ist sogar bekannt, dass niedrige LDL-C-Werte in Bezug auf HKE präventiv wirken.(9) Allerdings ist vielen Menschen gar nicht bewusst, dass sie einen hohen Cholesterinspiegel haben.

Einige der Patienten mit identifizierten Risikofaktoren, wie hohen Cholesterinwerten, benötigen eine Behandlung, um das Risiko für das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse zu minimieren. Die oftmals "stille" bzw. asymptomatische Behandlung, die vor dem Auftreten eines kardiovaskulären Ereignisses stattfindet, wird als Primärprävention bezeichnet. Bei der Sekundärprävention hingegen liegt der Fokus auf der Behandlung von Patienten, die bereits ein solches Ereignis hatten - mit dem Ziel das Auftreten weiterer zu verhindern.

Sobald bei einem Patienten eine koronare Herzerkrankung (z. B. Angina pectoris oder Herzinfarkt), eine zerebrovaskuläre Erkrankung (Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacke) oder eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK - ein Zustand, bei dem der Durchblutungsmangel aufgrund atherosklerotischer Plaques in den Beingefäßen zu Schmerzen beim Laufen führt) festgestellt wird, spricht man von der Diagnose "Herz-Kreislauf-Erkrankung".(2) Die Sekundärprävention kann sehr kompliziert und teuer sein und das Risiko eines weiteren kardiovaskulären Ereignisses ist relativ hoch. Eine von vier Personen, die bereits einen Schlaganfall hatte, wird innerhalb von fünf Jahren erneut einen Schlaganfall erleiden.(10) Ein kardiovaskuläres Ereignis kann auch das psychische Wohlbefinden von Patienten beeinflussen, da sie z. T. ihren Lebensstil umstellen müssen und unter Angstzuständen und Depressionen leiden können.(11) Dies kann sich auch auf deren Familien auswirken.

Wie entsteht eine Atherosklerose?

   1. Die LDL-C-Partikel lagern sich an der Arterienwand ab und 
      Makrophagen (weiße Blutzellen, die beschädigte oder tote Zellen
      aufnehmen) häufen sich an.
   2. Das LDL-C wird von den Makrophagen aufgenommen. Auf diese Weise
      bilden sich Schaumzellen (cholesterinbeladene Makrophagen) und 
      es entstehen sogenannte "Fettstreifen" in der Arterienwand.
   3. Als Schutzreaktion darauf verdickt sich die Arterienwand, es 
      entstehen "Beulen". Fibröse Plaques entwickeln sich.
   4. In einem fortgeschrittenen Stadium beginnt sich der "Innenraum"
      der Arterie durch diese Plaques zu verengen.
   5. Ein akutes kardiovaskuläres Ereignis kann eintreten, wenn sich 
      Gerinnsel an den Plaques bilden und diese die Arterie 
      verstopfen. Solche Gerinnsel können sich loslösen und in die 
      Peripherie geschwemmt werden, wo sie arterielle Embolien 
      auslösen, die sich z. B. als Schlaganfall äußern können.(4) 

Wie wird Atherosklerose behandelt?

Um die richtige Therapieoption bei Atherosklerose zu finden, ist es wichtig, das individuelle kardiovaskuläre Risiko durch den behandelnden Arzt bestimmen zu lassen. Dabei werden sowohl beeinflussbare Faktoren (Cholesterinwerte, Blutdruck, Gewicht, Raucherstatus) sowie nicht-beeinflussbare Faktoren (Alter, Geschlecht, Herkunft, familiäre Vorgeschichte und weitere gesundheitliche Bedingungen) berücksichtigt.(2,9)

Eine Änderung des Lebensstils, z. B. durch Rauchstopp, eine gesündere Ernährung, regelmäßige Bewegung und das Halten eines gesunden Körpergewichts, können das Risiko für die Entwicklung einer Atherosklerose reduzieren und eine Verschlechterung verhindern.(11) Auch eine medikamentöse Behandlung kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verringern.

Statine sind der Therapiestandard zur Senkung des LDL-C und zur Verlangsamung des atherosklerotischen Prozesses.(9) Für Patienten mit Statinunverträglichkeit oder Patienten, die neben Statinen eine weitere, lipidsenkende Therapie benötigen, stehen weitere Optionen wie Ezetimib und PCSK9-Hemmer zur Verfügung.(9) Neue Daten einer klinischen Studie zeigen, dass es sogar möglich ist, atherosklerotische Plaques zurückzubilden.(12)

Über Amgen

Amgen ist ein weltweit führendes unabhängiges Biotechnologie-Unternehmen, das mit knapp 18.000 Mitarbeitern in mehr als 75 Ländern weltweit seit über 35 Jahren vertreten ist. In Deutschland arbeiten wir an zwei Standorten mit rund 570 Mitarbeitern jeden Tag daran, Patienten zu helfen. Weltweit profitieren jährlich Millionen von Patienten mit schweren oder seltenen Erkrankungen von unseren Therapien. Unsere Medikamente werden in der Nephrologie, Kardiologie, Hämatologie, Onkologie, Knochengesundheit und bei Entzündungserkrankungen eingesetzt. Wir weisen eine vielfältige Pipeline auf und werden bald Biosimilars in unser Portfolio aufnehmen. www.amgen.de

Referenzen

1. Nichols M et al. European Cardiovascular Disease Statistics 2012. European Heart Network, Brussels, European Society of Cardiology. 2012.

2. NHS Choices. Atherosclerosis. http://ots.de/lbRZ9. Letzter Aufruf: November 2016.

3. Halcox JP et al. PLoS ONE. 2015;10(2): e0115270. doi:10.1371/journal.pone.01152702015.

4. Guyton and Hall Textbook of Medical Physiology, eleventh edition. Saunders Elsevier; 2006:763;849.

5. Atherosclerosis. American Heart Association. http://ots.de/ysRae. Letzter Aufruf: November 2016.

6. http://dgk.org/daten/Michailov-Hypercholesterinaemie-Text.pdf. Letzter Aufruf: November 2016.

7. Reiner Z et al. Eur Heart J. 2011;32:1769-1818.

8. Cebr Analysis. https://www.cebr.com/reports/the-rising-cost-of-cvd. Letzter Aufruf: November 2016.

9. Piepoli MF et al. 2016 European Guidelines on cardiovascular disease prevention in clinical practice. Eur Heart J. http://eurheartj.oxfordjournals.org/content/37/29/2315. Letzter Aufruf: November 2016.

10. National Institute of Neurological Disorders and Stroke. Stroke: Hope Through Research. http://www.ninds.nih.gov/disorders/stroke/detail_stroke.htm. Letzter Aufruf: November 2016.

11. US Department of Human Health and Services. National Heart, Lung and Blood Institute. Life After a Heart Attack. http://ots.de/teHTR. Letzter Aufruf: November 2016.

12. Nicholls SJ et al. JAMA. 2016; http://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2584184, Letzter Aufruf: 06.12.2016

 

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