Verbraucherzentralen: 64 Prozent der Magnesium-Produkte überdosiert. "Häufig aber sind solche Produkte Geldverschwendung, manchmal sogar gesundheitsgefährdend."

 

Die meisten Magnesium-Produkte im Handel sind nach einem bundesweiten Markttest der Verbraucherzentralen überdosiert. "64 Prozent der untersuchten Nahrungsergänzungsmittel enthielten eine höhere Menge Magnesium als die vom Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) empfohlene Tageshöchstdosis in Nahrungsergänzungsmitteln von 250 Milligramm", heißt es den Zeitungen der Funke-Mediengruppe zufolge in einer Untersuchung der Verbraucherzentralen von magnesiumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln.

 

Im Durchschnitt betrug der Magnesiumgehalt der überdosierten Produkte demnach 423 Milligramm pro Tag. 60 Prozent überschritten den Wert von 300 Milligramm pro Tag. Konkret untersucht wurden 42 Produkte, von denen 27 die empfohlenen Richtwerte überschritten haben. Die Verbraucherzentralen fordern als Konsequenz ein staatliches Zulassungsverfahren für Nahrungsergänzungsmittel. "Wir brauchen dringend klare Regeln für sinnvolle Dosierungen und definierte Anforderungen an die Inhaltsstoffe", sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Klaus Müller.

 

Bislang gibt es noch keinen gesetzlichen Richtwert in Europa, sondern nur Empfehlungen verschiedener Institute. Magnesium ist unter den Mineralstoffen in Deutschland das meistverkaufte Nahrungsergänzungsmittel. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikoforschung sind in der Regel Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Personen, die sich normal ernähren, überflüssig. Magnesium kommt unter anderem in Brot, Milch, Nüssen, Vollkornprodukten, Kartoffeln, Reis, Schokolade, Kaffee und Tee vor.

 

"Viele Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln vermitteln Verbrauchern, sie würden ihrer Gesundheit etwas Gutes damit tun", kritisiert der vzbv-Chef Müller. "Häufig aber sind solche Produkte Geldverschwendung, manchmal sogar gesundheitsgefährdend."

Buchempfehlungen

Nur 14,99 €: