Entfernung von Weisheitszähnen bei Jugendlichen: Ist früher besser?

Das vollausgebildete Zahnschema des Menschen mit 32 Zähnen, von denen 4 Weisheitszähne, hier in rot markiert, sind. 

 

Die Debatte um Verbleib oder Entfernung von Weisheitszähnen wird nach wie vor vehement geführt. Die einen warnen vor Operationsrisiken, die anderen vor den problematischen Folgen für das gesamte Gebiss beim Verbleib der Weisheitszähne. Der (jugendliche) Patient bleibt oft ratlos zurück.

Mit dem Alter eines Patienten steigt grundsätzlich das Komplikationsrisiko einer OP. Das gilt auch für die Extraktion der Weisheitszähne. Je älter der Patient, desto härter und somit brüchiger sind seine Knochen. Mit dem Alter verlangsamt sich die Wundheilung, was im Mund wegen des erhöhten Infektionsrisikos besonders problematisch werden kann. Je gebrechlicher ein Patient ist, desto größer wird auch die mentale Belastung durch den Eingriff. Unter diesen Aspekten ist die Weisheitszahnentfernung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch als Präventivmaßnahme deutlich problemloser als im späteren Erwachsenenalter.

Doch nur, weil etwas einfacher ist, muss es nicht auch sinnvoll sein. Worin liegt also der Vorteil für Jugendliche eigentlich symptomlose Weisheitszähne zu entfernen?

Auffälligster Effekt des Wachsens und Retinierens (Durchbrechens) von Weisheitszähnen ist der Druck auf die benachbarten Zähne. Dies macht sich meist im Alter von etwa 16 Jahren bemerkbar. Aus diesem Wachstumsdruck resultiert fast immer eine Verschiebung der Zähne in den Zahnreihen. Das kann nicht nur zu Druckgefühl und Schmerzen führen, sondern vor allem die Zahnästhetik durch schief stehende Zähne beeinträchtigen.

Jugendliche, die sich einer langwierigen Zahnkorrektur durch die meist ungeliebten Zahnklammer unterzogen haben, sehen die Ergebnisse der kieferorthopädischen Behandlung in kurzer Zeit zunichtegemacht. Mühevoll begradigte Zähne beginnen zu wandern.

Es sprechen allerdings nicht nur ästhetische Erwägungen eine Rolle bei der Entscheidung, ob Weisheitszähne entfernt werden sollen. Die "Achter" haben die unangenehme Eigenschaft einen ganzen Strauß medizinischer Komplikationen im Gepäck zu haben. Die häufigsten Komplikationen sind hier aufgelistet: http://www.denvita.de/wissenswertes/weisheitszahn/. Weitere Folgen reichen von Abszessen über Zähneknirschen bis zur Craniomandibulären Dysfunktion (CMD).

Klar ist, jede Operation bedeutet gewisse Risiken. Das trifft auch auf die Extraktion von Weisheitszähnen zu. Mittels moderner digitaler Röntgendiagnostik zur Lage des Zahns, der Zahnwurzeln und der umgebenden Nerven sind diese jedoch bei einem erfahrenen Oralchirurgen vergleichsweise gering.

Die Anhänger für den Verbleib von Weisheitszähnen vermuten hinter dem häufig von Zahnärzten, Kieferorthopäden und Oralchirurgen ausgesprochenen Rat, auch schmerzfreie Weisheitszähne entfernen zu lassen, vorrangig wirtschaftliche Interessen. Für einen bei der AOK Versicherten schlägt jedoch eine komplikationslose Weisheitszahnentfernung in Lokalanästhesie mit lediglich etwas mehr als 15,- Euro zu Buche.

Die Weisheitszahn-Extraktion wird in aller Regel von den Krankenkassen übernommen. Nur wenn der Patient eine Behandlung in Vollnarkose wünscht und dafür keine medizinische Indikation vorliegt, ist die Vollnarkose evtl. eine Privatleistung.

Im Regelfall werden Weisheitszähne allerdings unter Lokalanästhesie (Kassenleistung) oder im sogenannten Dämmerschlaf, einer tiefen Sedierung gezogen.

 

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