Wunderwaffen gegen Krebs finden in den Medien und Fachpublikationen ungeteilte Aufmerksamkeit. Erhebliche Eitelkeiten der Forscher und das gierige Verlangen der Pharmaindustrie nach sicheren Pfründen blockieren vielfach ernsthafte Forschungsarbeiten.

 

 

Von Hans-Jörg Müllenmeister

Heilloses Diäten-Chaos versus Krebs

In hektischer Folge wechseln Wundermittel und Diäten gegen den Krebs wie ein irrwitziger Modetrend. Oft widersprechen sich die Heilsbringer in ihren Wirksamkeiten total. Eine „Verängstigungsindustrie“ hat leichtes Spiel mit den Krebsgezeichneten, die nach jedem Strohhalm greifen. Kritisch beleuchtet seien hier Machenschaften, Therapie-Trends, Statistiken und Forschungsberichte, um etwas Licht ins Chaos zu bringen. Ein gerüttelt Maß an Skepsis ist angesagt gegenüber Eiferern mit ideologisch verbrämtem Fachwissen.

 

Vorab einige merkwürdige Fakten 

Das Thema Krebs ist heikel und dabei vielschichtig, so dass mit diesem Blockbuster weltweit Bibliotheken überquellen. Im Laufe des Lebens holt uns dieses Thema auf die eine oder andere Weise ein. Hier sprechen wir nur über wenige, vielleicht aber entscheidende Teilaspekte. 

 

Jährlich zieht der Krebs 7,6 Millionen Menschen in den Tod – als zweithäufige Todesursache nach Herz-Kreislauferkrankungen. Rasant steigt der Bedarf an wirksamen Medikamenten. Das Buhlen um größere Marktanteile auf dem Medikamentenmarkt gehört zu diesem makabren Geschäft: Eine Börse auf Leben oder Tod mit Profiteuren und Verlierern. 

 

Im Prinzip ist der Krebs eine Zivilisationskrankheit, die wesentlich von unserer Lebensführung geprägt ist; oft korrespondiert diese Stoffwechselkrankheit mit anderen etablierten Zivilisationskrankheiten. 2000 untersuchte man in einer New Yorker Klinik alle Leichen auf Tumoren, egal woran die Patienten verstarben, z.B. an Schusswunden, Unfall, Herzinfarkt oder Altersschwäche. Der erschreckende Befund: Zu Lebzeiten untersucht, hätte man bei 97% dieser Patienten Krebs diagnostiziert. 

 

Da fragt man sich wie viel Krebspatienten gab es außerhalb dieser Statistik, die an schulmedizinischer Chemotherapie verstarben? Offensichtlich bieten unsere gesunden Körperzellen den eingekerkerten Tumor-Zellgenossen oft unbemerkt Unterschlupf bei voller Kost. Fazit: ein Jeder von uns kann unwissend latent verkrebst sein. Ein Jeder kann im Vorfeld schon etwas gegen den Krebs unternehmen, indem er seinen Lebensstil darauf einstellt.

 

Ein „Medikamenten-Wunder“ jagt das andere 

Wundersame Drogen kommen und gehen in rascher Folge, begleitet von überschwänglicher Medien-Hysterie. 1980 war es das magische Interferon, ein Immunstimulans. Es sollte den Krebs in die Knie zwingen. Indes dauerte es nicht lange, bis sich Interferon als stumpfe Waffe gegen den Krebs erwies. Dabei ist es sogar ein körpereigenes abwehrstarkes Gewebshormon des Immunsystems, gebildet von den Leukozyten, den weißen Blutkörperchen.

 

Mit Interleukin-2 folgte ein weiterer Medikamenten-Hit. Sowohl im Labor als auch in ersten Vorstudien am Menschen übte Interleukin-2 eine nahezu magische Wirkung auf selbst aggressivste Krebsformen, wie metastatische Melanome. Im Jahr 1992 genehmigte die FDA (Agentur der USA für Kontrolle und Sicherheit von Lebensmitteln und Medikamenten) die Droge gegen Krebs, trotz der fehlenden kontrollierten Versuchsreihen. Erst Ende 1998 zeigte eine klinische Studie, dass Interleukin-2, zumindest bei fortgeschrittenem Nierenkrebs, nicht besser wirkte als ein Placebo. Gerade hatten sich die Onkologen um 1998 von Interleukin-2 verabschiedet, gerieten Knochenmark-Transplantationen als Heilmethode gegen bösartigen Krebs und metastasierenden Brustkrebs in die Schlagzeilen.

 

Die Infrastruktur der versorgenden Krebs-Blutgefäße 

1998 jubelten die Medien wieder einmal über die „endgültige“ Lösung gegen Krebs. Jetzt galt die Aufmerksamkeit der Anti-Angiogenese, wörtlich „gegen die Gefäßbildung gerichtet“. Das ist eine medikamentöse Methode, die Gefäßbildung bei Tumoren eindämmt, also das Tumorwachstum unterbindet. Die Idee dahinter ist, dass ja bösartige Tumoren ab einer gewissen Größe aus dem umliegenden Gewebe nicht mehr genug Nährstoffe entziehen. Ohne ausreichende Blutversorgung können Krebstumoren nicht über Kirschgröße hinauswachsen. Sie brauchen eigene Blutgefäße, um weiter zu gedeihen und Metastasen zu bilden. Die Angiogenese wird in jedem Gewebe von biologischen Wachstums- und Steuerungsfaktoren reguliert. Noch weiß niemand genau in welcher Weise die Gefäßinfrastruktur funktioniert. Bekannt sind indes einige natürliche Steuerungsfaktoren.

 

Avastin dörrt den Geldbeutel aus – kaum aber den Krebs 

Der erste gentechnisch hergestellte Angiogenese-Hemmer war der Antikörper Bevacizumab. Dieser hemmt die Angiogenese von Tumoren, indem er einen bestimmten vom Tumor freigesetzten Gefäßwachstumsfaktor bindet und neutralisiert: Der Tumor hungert aus. Neu entstandene Blutgefäße bilden sich zurück, die Durchlässigkeit bereits ausgereifter Blutgefäße wird normalisiert. Damit können die in Kombination mit Bevacizumab eingesetzten Chemotherapeutika besser den Tumor erreichen und gezielter wirken. 

 

Bevacizumab ist unter dem Medikamentennamen Avastin zur Therapie von Krebserkrankungen zugelassen. Die Anti-Angiogenese (gegen die Gefäßentstehung gerichtet) gilt als relativ neue Waffengattung gegen den Krebs; sie gab Biotech-Firmen einen großen Impuls. Dazu zählt auch das extrem teure Mittel Avastin, das seine austrocknende Wirkung eher im Geldbeutel der Patienten unter Beweis stellt. Klinische Studien berichten zwar von einigen Monaten Lebensverlängerung bei Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen.

 

„Täterprofil“ der Krebszelle 

Ein Bild veranschaulicht die Un-Natur der Krebszelle: Betrachten wir die „bösen“ Zellen als Serienkiller in der sonst harmonischen Gemeinschaft von gesunden Körperzellen. Je mehr wir als „Fahnder“ über ihr Unwesen wissen, umso sicherer gelingt es, sie dingfest zu machen. Nicht nur Ihr Bewegungsprofil als Metastase auf der Wanderschaft durch unsere Körperwelt interessiert − auch ihre „Liebhabereien“, ihre „Aversionen“ und wie sie ihren Energiehaushalt decken. Übrigens stellen wir immer wieder staunend fest, welch redundante Wege die Natur sich um des Lebens Willen ausdenkt − in unendlicher Vielfalt bis in den Zellmechanismus. Zumindest auf dem Gebiet der Mechanik fühlen wir uns gegenüber der Natur überlegen. Ein Trugschluss. Das widerlegt eine frappierende Beobachtung: Kürzlich entdeckten Bioniker ein Kraftelement bei einem Insekt, das die menschliche Technik erst seit der Antike zur Kraftübertragung kennt: das verzahnte Rad. Die Nymphe der Käferzikade setzt ein Zahnradsystem aus Chitin ein, um die Bewegung ihrer Hinterbeine beim Springen zu synchronisieren.

 

Artemisinin setzt gezielt Freie Radikale frei 

Artemisinin findet sich in Blättern und Blüten des Einjährigen Beifußes aus Afrika. Ende 1990 gab es zahlreiche Artikel über den gefäßerneuernden Effekt verschiedener Kräuter, darunter Artemisinin. Ursprünglich als Heilkraut gegen Malaria eingesetzt, nutze man den sekundären Pflanzenstoff Artemisinin bald als spezielle Nahrungsergänzung. Spannend ist die Wirkungsweise des Präparats allemal. Das Geheimnis liegt in seiner Reaktion mit Eisen, das typisch in hohen Konzentrationen in Malaria-Erregern vorkommt.

 

Da auch Krebszellen Eisen-hungrig sind − um bei der Zellteilung ihre DNS zu reproduzieren − finden sich in den Zellen auch wesentlich höhere Fe-Konzentrationen als in gesunden Zellen. Zudem bieten Krebszellen auf ihrer Oberfläche genügend Andockstellen für Eisenpartikel. Diese Rezeptoren binden die Eisenteilchen und schleusen sie ins Zellinnere. Artemisinin löst die gleiche Reaktion aus wie bei Malaria. Es kommt zum massiven Freisetzen von Sauerstoff-Radikalen in der Krebszelle, so dass diese zu ihrem Untergang führt. Anscheinend wirkt Artemisinin selektiv toxisch auf Krebszellen. Selbst Krebszellen, die gegenüber Zytostatika, also gegen Krebsmedikamente, resistent sind, werden abgetötet. Vielleicht verhindert Artemisinin sogar, dass der Tumor sich neue Wege im Organismus bahnt und Metastasen bildet.

 

Vorbeugen bei Krebs mit Curcumin 

Unter Gewürzkräutern gibt es wahre Heiler, etwa die Wurzelknolle Curcuma. Der gelbe Farbwirkstoff − das Curcumin − steckt zu 5% in der Pflanzenwurzel des Gewürzes. Curcuma ist der Hauptbestandteil im Currypulver. Es kann als nebenwirkungsfreies Heilkraut Tumorbildung verhindern, schützt gesunde Zellen vor freie Radikale und stimuliert das körpereigene Immunsystem. Curcuma ist das Gewürz des Lebens. Praktisch in jeder unserer etwa 75 Billionen Körperzellen ist es wirksam und ein gern gesehener Mikrogast auf Stippvisite (s. Bericht “Curcumin: der heilende Sekundär-Pflanzenstoff“). Speziell die Inder, die durch den hohen Curryverzehr etwa 2 g Curcuma pro Tag konsumieren, haben achtmal weniger Lungenkrebs, neunmal weniger Dickdarmkrebs, fünfmal weniger Brustkrebs und zehnmal weniger Nierenkrebs als gleichalte Menschen im Westen. Und das, obwohl sie zahlreichen krebserregenden Stoffen in der Umwelt ausgesetzt sind.

 

Durch die Kernresonanzspektroskopie konnte man klären, wie Curcumin die physikalischen Eigenschaften der Zellmembran beeinflusst. Es schiebt sich in die Doppellipidschichten der Zellmembran hinein. Darüber hinaus senkt es den Histamin-Spiegel, ein weiterer Mechanismus, um Entzündungen einzudämmen und Krebswachstum zu stoppen. Seine Bioverfügbarkeit steigt drastisch, wenn man es mit schwarzem Pfeffer mischt.

 

Vorbeugen mit Astaxanthin 

Das schützende Farbpigment Astaxanthin ist der ausgetüftelte Schutzschild eines Überlebenskünstlers, der Mikrogrünalge Haematococcus pluvialis. Als Nahrungsergänzung genutzt, dient uns Astaxanthin als Leibwächter. Im Körper können zwei destruktive Prozesse toben: die oxidative Schädigung ‒ aber auch entzündliche Schwelprozesse. Neben „offenen“ Entzündungen im Körper können sich auch „stille Schläfer“ einnisten. Immer eindeutiger kommt nämlich die medizinische Forschung zur Erkenntnis, dass diese chronischen „Schwelbrände“ im Körper Auslöser sind für viele lebensbedrohende Krankheiten, vor allem von Krebs (s. Bericht „Astaxanthin – ein genialer Naturwirkstoff“).

 

Woher bekommen Körperzellen ihre Energie? 

Unsere Zellen erzeugen und speichern Energie in Form des so genannten ATP, ein energiewandelndes Enzym. Dazu benötigen sie Sauerstoff. Das Enzym spielt im Stoffwechsel eine zentrale Rolle, schließlich wird es ständig als Energieüberträger benötigt. Der ATP-Prozess ist verwickelt und besteht aus drei zellulären Reaktionsabläufen: Dem Aufspalten der Glukose im Zytoplasma und dem Zitronensäurezyklus in den Mitochondrien. Der dritte Schritt ist der Produktivste: der Elektronentransport. Er läuft in den Membranen der Mitochondrien ab.

 

ATP-Energie der Krebszellen 

Ebenso wie Bakterien gewinnen Krebszellen ihre Energie − anders als normale Zellen − ausschließlich aus anaerober Glykolyse, also ohne Sauerstoff. Das ist ein Gärungsprozess. Das Überleben der Krebszellen hängt allein von der Glykolyse ab. Eine wichtige Erkenntnis: Die Verbreitung von Krebszellen lässt sich stoppen, wenn man sie der Blutglukose beraubt.

 

Glykose-Quellen unseres Körpers 

Gesunde Zellen gewinnen ihre Energie aus dem „Blutzucker“. Dieser stammt aus einer Vielzahl von Quellen, darunter diätetischen Kohlenhydraten aus Früchten, stärkehaltigem Gemüse wie Kartoffeln und aus Getreide. Die komplexen Kohlenhydrate in solchen Nahrungsmitteln werden im Verdauungsprozess in Glukose umgewandelt und durch eine Vielzahl kohlenhydrat-spezifischer Enzyme wie Amylase katalysiert.

 

Eine begrenzte Reserve-Menge Zucker speichern wir als Glykogen in Leber und Muskeln. Sie erzeugen daraus Glykose, das in den Blutstrom tritt. Die meisten Zellen gewinnen zwar über Fettsäuren ATP-Energie, indes zeigt unser Zentralnervensystem einen Engpass: Langkettige Fettsäuren, z.B. mit 14 Kohlenstoff-Atomen, können die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden. Bei ständigem Kohlenhydratmangel (Atkins-Diät) beginnt die Leber, Acetyl-Coenzym A in verschiedene so genannte Ketonkörper umzuwandeln. Diese finden leicht den Weg ins Gehirn. Sie werden dann wie Acetyl-Coenzym A in den Zitronensäurezyklus und in die Elektronentransportkette geleitet, um das Gehirn mit ATP zu versorgen.

 

Sperre der Energiezufuhr − der Tod für den Krebs 

Der Clou ist, unsere gesunden Zellen kommen ohne Kohlenhydratzufuhr zurecht, Krebszellen haben da ein Problem. Sie könnten Fettsäuren oder die Ketonkörper nie für ihre Energieproduktion nutzen. Eine fettreiche, kohlenhydratfreie Diät mit mäßiger Proteinzufuhr beraubt den Krebszellen ihre einzige Energiequelle − die Blutglukose. Dies führe sie in den Zelltod, in die Apoptose.

 

Ketogene Diät, eine Prävention gegen Krebs 

Bei einer kohlenhydratarmen Diät schalten Milliarden Zellen in all unseren Geweben und Organen ihre Energiemechanik vom Glukose-Prozess in einen Prozess der durch Fettsäuren und Ketonkörper angetrieben wird. „Ketose“ heißt einfach der Zustand, in dem unsere Leber aufgrund von Glukosemangel Ketone aus Acetyl-Coenzym A synthetisiert. Wäre demnach eine ketogene Diät, also ein fettreiche, kohlenhydratloser Kost der Königsweg, um den Krebs zu besiegen? 

 

Klarheiten im Diätenwahn

Ehe wir auf verschiedene Ernährungsweisen eingehen, fragen wir aus welchen Grundbausteinen unsere Nährstoffe bestehen. Es sind Kohlehydrate, Eiweiße und Fette. Dazu gesellen sich Wasser, Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Aromen und Farbstoffe. Erst die richtige Mischung dieser Komponenten macht eine kluge Ernährung aus. Bei einem Zuviel an Nährstoffen, speichert der Körper das Mehr in Fettzellen. Übersteigt der Energieverbrauch des Körpers die Zufuhr, stellen unsere Fettzellen den fehlenden Treibstoff bereit − und wir nehmen langsam an Fett, also an Gewicht ab (s. Bericht „Kluge Fettzelle – dumme Essgewohnheiten“).

 

Naturvölker leben in Harmonie mit der Natur 

Es gibt/gab Naturvölker, die von der Zivilisation noch nicht zugemüllt wurden und die sich traditionell nur von dem ernähren, was ihnen die Natur in ihrem Lebenskreis schenkt. Denken Sie an die australischen Aborigines, die in der Steppe lebenden Massai und die Inuit in den arktischen Gebieten. Trotz der extrem unterschiedlichen Ernährungsweisen enthält ihre Naturkost oft ein Element, das in unserer „industriellen“ Kost so gut wie nicht vorkommt: Vitamin B17, bekannt als Amygladin oder Laetrile. Dieser krebsfeindliche Stoff verbirgt sich z.B. im Bittermandelkern (s. Bericht „Vitamin B17 steckt in der Pharma-Zwangsjacke“). All diesen Volksstämmen sind unsere Zivilisationsleiden völlig unbekannt, vor allem der Krebs. Sie konsumierten auch immer etwas Nahrung in roher, ungekochter Form. Diese Diäten „nachzuempfinden“ sind in der Tat für uns „Zivilisten“ einseitig und lassen sich auf Dauer nicht konsequent durchhalten.

 

Die „naturreinen“ Inuit zählen zu den gesündesten Völkern der Welt – ohne die „Segnungen“ der Zivilisation. Bei ihnen im hohen Norden wächst nichts − außer Eisblumen. Sie ernähren sich von Fisch und fettem Robben-Fleisch. Kohlenhydrate fehlen komplett auf dem Speiseplan.

 

Die „Eskimo-Diät“ enthält so gut wie keine Kohlenhydrate. Von der Wiege bis zur Bahre leben diese Eskimos in einem Zustand der Ketose. Seinerzeit machte der Mediziner R. Atkins eben diese ketogene Diät populär, aber nicht als Mittel gegen Krebs, sondern als ultimativer Weg zur Gewichtsabnahme. Die traditionelle Atkins-Diät besteht aus einem hohen Fettanteil − etwa 70% −, der fast ausschließlich aus tierischen Quellen stammte, und enthält nur wenige Kohlenhydrate.

 

Typisch ist, dass es zur Atkins-Diät ein „Gegenstück“ gibt. Das vertritt ein anderer Diät-Fürst namens Pritikin. Er postuliert, dass alle Menschen genetisch und im Stoffwechsel auf eine sehr fettarme Diät mit hohem Kohlenhydratanteil eingestellt seien, die ausschließlich auf Pflanzen basiert. Befolge man diese sorgfältig, können sie uns vor Krebs schützen. Hier stammen etwa 70% aller Kalorien aus Kohlenhydraten und etwa 20% aus Protein, alles aus pflanzlichen Quellen; acht Prozent oder weniger aus wiederum rein pflanzlichem Fett.

 

Die Massai leben noch – und zwar kerngesund 

Die Ernährungsweise der Massai ist in der Tat extrem: Sie ernähren sich ausschließlich von Milch, Fleisch und Blut. Gemüse ist für sie nur Viehfutter. Ein Massai verdrückt täglich mehrere Kilo Fleisch. Damit nimmt dieses Volk weitaus mehr tierisches Fett zu sich als die meisten Menschen in der „zivilisierten Welt“. Ginge es nach der Fett- und Cholesterin-Theorie, müssten sich dieses Halbnomadenvolk längst durch koronare Herzkrankheiten und Krebserkrankungen ausgerottet haben. Indes brachte eine Studie eine faustdicke Überraschung: Die Cholesterinwerte der gertenschlanken, laufaktiven Massai gehören zu den niedrigsten, die überhaupt weltweit gemessen wurden.

 

Körpereigenes Regelsystem Cholesterin 

In dem Zusammenhang müssen wir folgenden Regelmechanismus verstehen: Unser Körper drosselt die Cholesterinproduktion, wenn wir ihm über die Nahrung viel Cholesterin oder tierische Fette anbieten. Essen wir zu wenig davon, steigt die Eigenproduktion automatisch an. Unglaublich, aber wahr: Robben und Seelöwen können genau wie wir Arteriosklerose entwickeln. Ihre fischreiche Ernährung, die sie ja reichlich mit den angeblich schützenden mehrfach ungesättigten Fettsäuren versorgt, nützt ihnen wenig. Welch eine Dramaturgie: bei vierbeinigen Raubtieren konnte man keine Arteriosklerose entdecken, wohl aber bei ihren vegetarisch lebenden Beutetieren.

 

Das Bergvolk der Hunzas – steinalt werdend und dabei gesund 

Das Kontrastprogramm zur Massai-Ernährung. Viele Wissenschaftler pilgerten nach Nordpakistan, um dem robusten Bergvolk der Hunzas seine Geheimnisse zu entlocken. Man baute sogar eine Straße in ihr Hochtal. Die eingeschleppten Nahrungsmittel waren ein Abklatsch ihrer eigenen Lebensmittel − keine Rohnahrung, angereichert mit dem Schatz der Enzyme. Erfreuten sich die Hunzas zuvor bester Gesundheit, verbreiteten sich in den letzten Jahren bei ihnen Krankheiten bis hin zum Krebs: Vor dem Einzug der Zivilisation arbeiteten sie in gesunder Frische praktisch bis zum letzten Atemzug (s. Bericht „Enzyme: Komponisten des Stoffwechsels“). 

 

Gelegentlich legt das Bergvolk auch mal einen Fastentag ein, ansonsten isst man sehr spartanisch. Aber was genau? Gerste, Hirse, Buchweizen. Das ist ein großer Teil ihrer Ernährung, ebenso Obst und Gemüse, meist frisch und roh. Dabei haben sie eine besondere Vorliebe für Aprikosenkerne! Ein weiteres Geheimnis ihrer Gesundheit ist ihre tägliche körperliche Arbeit. Und sie verwenden Yoga-ähnliche Technik, um sich zu entspannen. Sie sorgen sich nicht um die Zukunft, noch belasten sie Sorgen aus der Vergangenheit, vielmehr leben sie in der Gegenwart. Eine Lebensführung wie aus dem Bilderbuch, die gesund erhält! Davon können wir lernen.

 

Krebs, das Zuckermäulchen 

Krebszellen lieben Kohlenhydrate, vor allem Zucker. Eine nutzbare, spannende Tatsache, denn wenn man beim Krebskranken eine radioaktiv markierte Zuckerlösung intravenös spritzt, kann man schon nach 15 Minuten erhöhte Radioaktivität in den Krebszellen bzw. den Metastasen feststellen. Man kann damit die Bösewichte im Körper aufspüren. Entsprechend dieser Erkenntnis, geht die moderne Krebstherapie neue Wege: das Chemotherapeutikum wird zunächst an einen Zucker gebunden und erst dann infundiert. Sofort transportiert der Zucker den Wirkstoff fast komplett in die Krebsnester. Der Vorteil: man benötigt nur 20% der normalen Dosis und die Kollateralschäden sind deutlich geringer.

 

Der zerstörerische Viren-Trojaner 

Masernviren helfen in Bälde, Krebstumore zu zerstören. Es gelang, diese Viren so zu manipulieren, dass sie nicht mehr krank machen, sondern Krebszellen befallen. Sie nisten sich in diese Zellen ein und zerstören sie. Gleichzeitig mobilisieren sie die Immunabwehr gegen den Krebs. Welch ein Husarenstück! Im Labor erwies sich diese Methode bereits als erfolgreich. Jetzt testen die Forscher den neuen viralen Tumorkiller in einer klinischen Studie mit Krebspatienten. 

Aus einem abgeschwächten Masern-Impfvirus entstand so eine maßgeschneiderte Waffe gegen Krebszellen. Mehr noch, die manipulierten Masernviren zwingen besetzte Krebszellen, einen bestimmten Botenstoff freizusetzen. Das ist der Weckruf für die Zellen des Immunsystems, die jetzt den Tumor als Feind deutlich erkennen. Der Botenstoff entreißt den Krebszellen ihre Tarnkappe. Die Abwehrzellen ergänzen damit das direkte anti-tumorale Wirken der Viren. Sie greifen insbesondere diejenigen Krebszellen an, die von den Viren nicht erreicht werden.

 

Metastasen als Wandergesellen 

Inzwischen ist erwiesen, dass die Fähigkeit von Tumorzellen, zu wandern und Metastasen zu bilden, direkt vom Fibringehalt des Bluts abhängt. Diese Beobachtung ist besonders wichtig − denn die größte Gefahr für den Patienten geht nicht vom ursprünglichen Tumor, sondern von den Tochtergeschwülsten aus. Eine erfolgreiche Bekämpfung der Metastasierung ist deshalb eine wichtige Voraussetzung für die Heilung von Krebs.

 

Wie können wir vorbeugen gegen Krebs? 

Bei der Diagnose „Krebs“ fallen die Betroffenen vielfach in ein tiefes Loch. Meiden Sie schädliche Anspannung. Verordnen Sie sich selbst vorsorglich positive Gedankenbilder; sie wirken wie ein Placebo-Effekt (lat. placebo „ich werden gefallen“). Es ist unglaublich, was Sie allein durch die Kraft Ihrer Vorstellung alles bewirken und bewegen können (s. Bericht „Gedankenbilder heilen Körper und Seele“). Und viel Bewegung ist anzuraten (s. Bericht „Trampolin. Steht die Gesundheit auf der Kippe, dann wippe“). Denken Sie an die Naturvölker, die täglich mehr als 20 km „lustwandeln“.

 

Studien zeigen eindeutig, dass naturbelassene Rohkost hilft, den Krankheitsverlauf beim Krebs zu drosseln. Neben jeder Therapie muss eine ausgewogene und ballaststoffreiche Vollwerternährung für den Nachschub an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen sorgen (s. Bericht „Vitalstoffe: Todesengel der Krebszellen“). Am wenigsten sind es die Genveränderungen, die zu Krebs führen. Vielmehr sind es Veränderungen in der Zellnatur, insbesondere in der Energieproduktion, die den Krebs auslösen: der Metabolismus, also der Stoffwechsel läuft dann völlig aus dem Ruder. Es gibt durchaus Mittel und Wege, der Geißel Krebs Paroli zu bieten. Am besten, wir stellen unsere Lebensweise vorsorglich darauf ein. Und achten wir darauf, dass wir nicht „übersäuern“, ernähren wir uns basisch. Für ein gesundes Leben in Harmonie sind wir selbst verantwortlich. 

 

Rechtlicher Hinweis: Die in diesem Beitrag geäußerten Ansichten / Empfehlungen / Behauptungen sind rein subjektiver Natur und stellen in keiner Weise eine Therapie-Empfehlung oder eine sonstige Empfehlung dar, um Krankheiten zu behandeln oder zu verhindern. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ihren Apotheker.

 

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